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Zur Situation der Auswanderer im 19. Jahrhundert . . .



Immigration
Bildquelle: wikimedia.org
Ein regelmäßiger Liniendienst von Deutschland in die Vereinigten Staaten entstand erst spät. Robert Miles Sloman war 1836 der erste Reeder, der eine regelmäßige Schiffsverbindung zwischen Hamburg und New York City einrichtete. Noch in den 1840er Jahren schifften sich mehr als drei Viertel der deutschen USA-Auswanderer nicht in einem deutschen Hafen, sondern in Le Havre, Antwerpen, Rotterdam oder London ein. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Hafen von Bremen (Bremerhaven) die bedeutendste Zwischenstation für deutsche Auswanderer. In Bremen waren die Rechte der Auswanderer schon seit 1832 ausdrücklich geschützt, während im Hamburger Hafen, dem größten deutschen Hafen Restriktionen bestanden, die Auswanderungswillige oftmals fernhielten. Nachdem diese Restriktionen 1837 aufgehoben wurden, konnte Hamburg den Bremer Vorsprung nicht mehr einholen.

Die Kontaktaufnahme zwischen Auswanderern und Schifffahrtsunternehmen erfolgte lange vor der Ankunft im Ausreisehafen. Die Reedereien arbeiteten mit Expedienten und Maklern zusammen, die wiederum Agenten in die Auswanderungsgebiete entsandten, um dort vor Ort Schiffspassagen zu verkaufen. Den meist langen Weg zum Einschiffungshafen legten die Auswanderer zu Fuß und später mit der Bahn zurück. Hamburg war seit 1842, Bremen seit 1847, Bremerhaven seit 1862 ans Eisenbahnnetz angeschlossen. Nach einer oft mehrwöchigen Wartezeit in Bremen oder Hamburg gingen die Auswanderer an Bord. Die größten Schifffahrtsunternehmen, die Auswanderer in die Vereinigten Staaten brachten, waren die Ocean Steam Navigation Company (1847–1857), der Norddeutsche Lloyd (seit 1857) und die HAPAG (seit 1847).

Die Überfahrt dauerte mit dem Segelschiff bei günstigen Winden 35-42 Tage. Die Ernährungslage und die sanitären Bedingungen an Bord waren unmenschlich; 10 Prozent der meist armen und oft kranken Auswanderer überlebten die Fahrt nicht. Diese Lage besserte sich erst, als die Reedereien die Verköstigung der Passagiere nicht mehr diesen selbst überließen, und die Überfahrt durch die Einführung von Dampfschiffen auf 13–19 Tage verkürzt werden konnte. Die Passage kostete im Jahre 1879 auf dem Zwischendeck 120 Mark (heute ca. 1.000EUR).

Die Einreise in die Vereinigten Staaten war zunächst wenig formalisiert. Von 1855 an erfolgte sie für deutsche Einwanderer regelmäßig im Emigrant Landing Depot des Bundesstaates New York (Castle Clinton) und von 1892 bis 1954 in der Bundes-Einwanderungsstation auf Ellis Island. Gesetze, die die Einwanderung beschränkten, traten jedoch erstmals 1875 in Kraft und betrafen deutsche Migranten zunächst selten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Deutschen eine der am höchsten organisierten, am stärksten sichtbaren und am höchsten angesehenen Einwanderergruppen der Vereinigten Staaten.

Textquelle: wikipedia.org

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